Zelten – was darf ich und was darf ich nicht?



Was ist beim Zelten vor dem Gesetz erlaubt und was verboten?

Zelten in der freien Natur ist ein besonders ursprüngliches Erlebnis.

Urlaub im Zelt – ob im Einmannzelt, dem Familien-Zelt oder auf dem 5-Sterne-Campingplatz – macht unabhängig:

Selbstbestimmt können Sie Ihr Zelt aufstellen und übernachten, wo es Ihnen gefällt, und weiter- ziehen, wenn es Ihnen nicht gefällt – oder?

So groß das Gefühl von Freiheit ist, so geht es auch beim Zelten nicht ohne Regeln – zumindest in Europa. Wo darf man sein Zelt aufstellen und was ist auf dem Campingplatz zu beachten?

Was sagt das Gesetz dazu? Schließlich legt es niemand beim Zelten auf Ärger mit der Polizei oder den Behörden an. Es geht ausschließlich um das Vergnügen und das unverfälschte Gefühl von Abenteuer.

Wir sagen Ihnen,  was beim Zelten vor dem Gesetz erlaubt und was verboten ist.

Wo können Sie zum Beispiel in Deutschland Ihr Zelt aufstellen?

Ein Traum vieler Abenteurer und Zelt-Fans: Das einzige Zelt, das weit und breit zu sehen ist, ist das eigene. Und es steht inmitten der schönsten Natur. Das “Wilde Campen” rührt die ursprünglichsten unserer Instinkte, doch es ist lange nicht über all erlaubt:
Die genauen Regeln rund ums Camping unterscheiden sich nicht nur von Land zu Land, auch innerhalb Deutschlands gibt es unterschiedliche Vorschriften. So bestimmen in Deutschland Landes- und Bundesgesetze, wo Zelten erlaubt ist und wo nicht.

Rechtliche Grundlage sind hier die jeweiligen Wald- oder Naturschutzgesetze.

Wo genau wild Campen also verboten oder erlaubt ist, können nur die jeweiligen Gemeinden oder Landratsämter sagen.

Wer sich an einige Grundregeln hält, dem stehen auch hierzulande durchaus Möglichkeiten offen, sein Zelt in der freien Natur aufzuschlagen. Wichtig ist es, sich im Vorfeld gut über die Lage vor Ort zu informieren.

Ungeachtet des generellen gesetzlichen Verbotes können Wald- oder Grundstücksbesitzer in einigen Bundesländern das Zelten auf ihrem Stück Land erlauben. Wo das Zelten im Wald nicht kategorisch verboten ist, verlangt das Gesetz die Zustimmung der zuständigen Forstbehörde – sprich: des Försters.

Wer höflich auf einem Hof nachfragt, hat außerdem nicht nur die Aussicht auf einen netten Kontakt, sondern wird mit etwas Glück auf ein paar deftige Bauernschmankerl eingeladen. Zudem kennen Land- und Forstwirte ihre Gegend naturgemäß besonders gut und haben bisweilen echte Geheimtipps parat.

Aber auch hier ist es ratsam, sich rücksichtsvoll und unauffällig zu verhalten, ohne Spuren zu hinterlassen.

Was ist beim Zelten in Deutschland absolut tabu?

Absolut tabu ist rücksichtsloses Verhalten in der Natur, mehr als ein paar Fußspuren sollte man nicht hinterlassen. Entstandener Müll darf nicht am Zeltstandort hinterlassen werden. Die Spuren der Toilettengänge sollten Sie vergraben und Lärm und Krach so gut es geht vermeiden.

Offenes Feuer ist – vor allem in den Sommermonaten – in den meisten Bundesländern im Abstand von 100 Metern zum Waldrand streng verboten. Dazu gehören neben Lagerfeuern, Kerzen und Fackeln auch Campingkocher. Wer partout nicht auf ein Feuer verzichten möchte, sollte sich nach ausgewiesenen Feuerstellen umsehen und ausreichende Sicherheitsvorkehrungen treffen. Bei Brandgefährdung versteht das Gesetz keinen Spaß, neben empfindlichen Ordnungsgeldern sind in bestimmten Fällen sogar Haftstrafen möglich!

Naturschutzgebiete, Nationalparks, landwirtschaftliche Nutzflächen, Industriegebiete und militärische Sperrzonen kommen für das Zelten nicht in Frage.

In Europa ist Zelten zumeist nur auf den Campingplätzen gestattet, wilde Camper müssen daher mit Bußgeldern rechnen. Wird unbefugt auf einem Privatgelände gezeltet, aus Versehen ein Waldbrand verursacht oder Sachbeschädigung begangen, handelt es sich zudem um eine Straftat, nicht nur in Deutschland.

Jedermannsrecht in Norwegen, Schweden, Finnland

Bekannt für das Jedermannsrecht, also das Recht zum wild Zelten, sind die nordeuropäischen Länder wie Finnland, Norwegen und Schweden. Doch auch hier sollten Sie das Recht nicht als Freifahrtsschein ansehen:
Die Botschaften der drei Länder und Umweltschützer appellieren an Campingfreunde – Rücksicht auf Natur und Bewohner sollte genommen werden.

Zu den Einschränkungen des Jedermannsrechts hat die norwegische Botschaft einen Guide rausgegeben, der für alle drei Länder gelten kann.

Das Jedermannsrecht ist im “Gesetz über das Leben im Freien” vom 28. Juni 1957 festgeschrieben. Das Jedermannsrecht erlaubt, daß man die Natur als Aufenthaltsort frei nutzen und sich der Früchte der Natur bedienen darf, natürlich mit der gebürtigen Rücksichtnahme auf Menschen, Tier- und Pflanzenwelt.

Dafür gibt es ein paar einfache Regeln:

  • Sich nicht dort aufhalten, wo es verboten ist, Naturschutzgebiete respektieren
  • Gehen, wenn der Besitzer einen dazu auffordert
  • Beim Zelten, Ankern und Schwimmen Abstand zu Häusern und Hütten wahren (mindestens 150 Meter)
    Wenn man sich unsicher ist, lieber vorher fragen.
  • Keinen Abfall zurücklassen
  • Beackertes Land nicht betreten
  • Nicht unnötig Weideland betreten, Gatter hinter sich schließen
    Keine Schonungen betreten
    Keine frischen Zweige und Schößlinge abbrechen
  • Keine Baumrinden anritzen, kein Holz schlagen, keine Nägel in Bäume schlagen oder Stahlseile um Stämme spannen
  • Nicht herumlärmen
  • Tiere nicht stören, sich von Nestern, Höhlen und anderen Tierbehausungen fernhalten
  • Nicht im Wald Feuer machen. Vorsichtig mit Feuer umgehen. Feuerstelle erst verlassen, wenn das Feuer vollständig erloschen ist!
  • Nur Pflanzen pflücken, die man auch wirklich verzehrt oder gleich in die Vase stellt
    Keine Pflanzen ausgraben
  • Keine Pflanzen pflücken oder ausgraben, die unter Naturschutz stehen
    Wandern
  • Man darf sich zu Fuß oder auf Skiern in allen Wäldern, auf Wiesen, Tundren und über das Gebirge bewegen, auch wenn dies privates Land ist. Man sollte sich aber, wenn es möglich ist, auf Wegen und Pfaden halten.

Zelten
Man darf in der Wildmark vorübergehend (nicht länger als zwei Tage) und auf eigene Gefahr zelten und rasten, auf bezeichneten Grundstücken und in der Nähe von Besiedelungen darf man dies nur mit Einwilligung des Eigentümers oder Pächters tun. Während der Jagdzeit ist das freie Zelten aus Sicherheitsgründen in bestimmten Gebieten häufig nicht erlaubt. Natürlich sollen sie den Zeltplatz so verlassen, wie Sie in vorgefunden haben.

Wildes Zelten in Schottland

Auch Schottland ist ein Eldorado für Wildcamper. Der “Land Reform (Scotland) Act 2003″ räumt allen Menschen Zugangs- und Nutzungsrechte zum größten Teil des Landes bei Tag und bei Nacht ein. Wildes Campen ist ausdrücklich erlaubt.

Diese umfassenden Rechte sind allerdings mit einer Reihe von Pflichten und Verhaltensregeln verbunden, die den Schutz und die Erhaltung der Natur ebenso sicherstellen sollen wie Rücksichtnahme auf die Bewohner des Landes. Der “Scottish Outdoor Access Code”, ein Verhaltenskodex, in dem die zu beachtenden Regeln zusammengefasst sind, ist als Broschüre vielerorts erhältlich.

Wildes Zelten im Baltikum

Einen Geheimtipp für Wildcamper stellen Estland, Lettland und Litauen dar. Außerhalb von Nationalparks und Naturschutzgebieten wird freies Campen in der Regel toleriert.

Wildes Zelten in Irland

In Irland ist Campen auf Privatgrundstücken mit Erlaubnis des Besitzers kein Problem. Die Iren gelten auch Wildcampern gegenüber als sehr gastfreundlich. Ansonsten ist wildes Campen generell verboten und oft auch nicht möglich, weil viele Flächen landwirtschaftlich genutzt werden. In Landschafts- oder Naturschutzgebieten wird durch Hinweisschilder zusätzlich auf das Verbot hingewiesen.

Wildes Zelten in Polen

In Polen ist freies Campen zwar eigentlich verboten, wird aber in der Regel geduldet und erfreut sich einer gewissen Beliebtheit.

In allen übrigen Ländern Europas ist wildes Zelten generell verboten und kann zum Teil mit hohen Strafen belegt sein.

Auch im “wilden Osten”, d.h. im übrigen Osteuropa ist wildes Zelten verboten.

In Rumänien, Russland, Bulgarien, der Slowakei, Slowenien, Ungarn und Tschechien ist es weder gestattet, auf Parkplätzen oder Raststätten zu übernachten, noch auf Privatgrundstücken sein Zelt aufzuschlagen.

Regeln auf dem Campingplatz

Aber nicht nur beim wilden Zelten gibt es Vorschriften (übrigens auch in den Ländern, in denen Jedermannsrecht gilt), bestimmte Regeln sind auch beim Zelten auf dem Campingplatz einzuhalten.

Laute Musik oder zu viel nacktes Fleisch können auf dem Camping-Platz zum Unfrieden führen. Auch, wenn viele Camper sehr tolerant sind, sollte man Rücksicht nehmen.

Camper sind ein ruhiges und verträgliches Völkchen, das die Natur bewusst genießen will. Wer bis in die Puppen feiern möchte,

Wie laut darf die Musik sein?

Ein kleines Kofferradio, das Sie im Zelt in moderater Lautstärke mit Nachrichten, Fußballübertragungen oder Musiksendungen versorgt, stört tagsüber niemanden. Aber den Ghettoblaster lassen Sie beim zelten  lieber zu Hause oder drehen ihn ebenfalls leise. Je nach Campingplatz gilt zudem ab etwa halb elf eine allgemeine Nachtruhe. Danach sollte man im Freien leise sein – auch, um schlafende Kinder nicht zu stören.

Sport bitte nicht zwischen den Zelten

Joggen, Fußball spielen oder Federball und Frisbee – das verbindet man auch mit dem Urlaub im Freien und im Zelt. Allerdings sollten Sie dafür Freiflächen und ausgewiesene Plätze nutzen, und nicht den engen Raum zwischen Zelten, Caravans oder Wohnwagen.

FKK ist meist nicht gern gesehen

Textilien sind auf den meisten Campingplätzen Pflicht.  FKK ist nur auf speziell ausgewiesenen Campingplätzen erlaubt. Gegen ein Sonnenbad “oben ohne” haben die meisten Camper jedoch nichts einzuwenden.

Auch fürs Grillen gibt es Regeln

Zelten ohne Grillen ist kein Zelten. Allerdings gibt es Einschränkungen: Bei warmem, trockenem Wetter oder viel Wind kann das Grillen aus Sicherheitsgründen untersagt werden. Daran sollten sich die Camper schon aus eigenem Interesse halten. Und: Das Grillen über einem offenen Lagerfeuer ist immer nur an ausgewiesen Feuerstellen erlaubt.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>